Drei-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Kölner Gericht
Franco GröttnerDrei-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Kölner Gericht
In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen eines mutmaßlichen Betrugs vor Gericht verantworten, durch den Krankenkassen Schaden in Höhe von rund drei Millionen Euro entstanden sein soll. Den beiden wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von zwei Jahren unnötige medizinische Hilfsmittel abgerechnet zu haben.
Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 soll die Krankenschwester gefälschte Rezepte für ein teures Wundversorgungsset namens SymbioInfekt TheraKit besorgt haben. Jede Packung kostete etwa 3.400 Euro, was zu unrechtmäßigen Erstattungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro führte.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Apotheker vor, den Großhandelspreis der Produkte einbehalten zu haben – abzüglich einer zehnprozentigen Provision, die an die Krankenschwester floss. Beide hätten demnach vorsätzlich gehandelt. Der Apotheker hingegen beteuert, von dem Betrug nichts gewusst zu haben.
Bei einer Verurteilung müsste der Apotheker die vollen 3,6 Millionen Euro zurückzahlen. Bisher wurden 900.000 Euro sichergestellt, zudem wurden monatliche Ratenzahlungen von 10.000 Euro angeordnet. Eine Rückforderung der Gelder vonseiten der Krankenschwester gilt hingegen als unwahrscheinlich, da deren Firma inzwischen Insolvenz angemeldet hat.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, ob die beiden Angeklagten wissentlich zusammenarbeiteten, um die Versicherungen zu betrügen. Das Urteil wird entscheiden, ob der Apotheker die noch ausstehenden 2,7 Millionen Euro weiter zurückzahlen muss. Von der Krankenschwester sind aufgrund der Insolvenz ihres Unternehmens keine weiteren Zahlungen zu erwarten.






