25 June 2026, 12:23

Bundeskabinett lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren deutlich

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Bundeskabinett lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren deutlich

Der deutsche Bundeskabinett hat am Mittwoch Änderungen am Energieeffizienzgesetz gebilligt. Die Reformen lockern die Vorschriften für Betreiber von Rechenzentren, mit besonderem Fokus auf deren hohen Stromverbrauch und Abwärme. Aus Regierungskreisen hieß es, der Schritt reduziere Bürokratie und stärke die Wettbewerbsfähigkeit.

Das ursprüngliche Gesetz verpflichtete Unternehmen und Behörden, ihren Energieverbrauch zu senken und Verschwendung zu minimieren. Rechenzentrumsbetreiber standen vor strengen Vorgaben, darunter die vollständige Kompensation ihres Strombedarfs durch erneuerbare Energien bis 2027. Diese Frist wurde nun auf 2030 verlängert.

Auch für die Erfüllung der Effizienzziele erhalten die Betreiber mehr Zeit: Die Umsetzungsfrist wurde von zwei auf vier Jahre gestreckt. Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt – außer dort, wo ein lokales Fernwärmenetz existiert. Zudem müssen nur noch Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden ein Energiemanagement- oder Umweltmanagementsystem einführen.

Kritiker üben scharfe Kritik an den Änderungen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ und warnte vor höheren Umwelt- und Wirtschaftskosten. Linda Klapdor von Greenpeace argumentierte, die Reformen schafften Schlupflöcher für die Branchenriesen und riskierten steigende Emissionen.

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