23 June 2026, 20:20

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltete am 17. Juni 2025 eine große Versteigerung fossiler Brennstoffe. Bei der Auktion wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke angeboten, darunter 68 in der brasilianischen Amazonasregion. Der Verkauf löste weitreichende Kritik von Umweltschutzgruppen und indigenen Führern aus.

Zu den versteigerten Blöcken gehörten 19 Offshore-Gebiete mit einer Fläche von 16.312 km² an der Mündung des Amazonas. Unternehmen wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich mehrere dieser Blöcke. Vor der Vergabe der Konzessionen wurde jedoch keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete durchgeführt.

Kritiker werfen der Auktion vor, sie stehe im Widerspruch zu Brasiliens Klimazielen – besonders angesichts der bevorstehenden Ausrichtung der UN-Klimakonferenz COP30. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika erklärte, sie untergrabe die Versprechen des Umweltschutzes und verpasse die Chance für eine gerechte Energiewende. Gisela Hurtado von Stand.earth nannte die Versteigerung den „Leilão da Morte“ (Auktion des Todes) und warnte, sie bedrohe indigene Gebiete und verstoße gegen das Pariser Klimaabkommen.

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Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura betonte: „Wir wollen einen Amazonas ohne Öl und Gas.“ Die Auktion fand zudem ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der betroffenen Gemeinschaften statt – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens hatte bereits einen Eilantrag auf Stoppen des Verfahrens eingereicht und auf Verfahrensmängel sowie unzureichende Folgenabschätzungen hingewiesen.

Die Versteigerung stößt auf scharfen Widerstand von Umwelt- und Indigenenorganisationen. Zudem wirft sie Fragen nach Brasiliens Klimaführerschaft vor der COP30 auf. Der Verkauf der Blöcke könnte langfristige Folgen für den Amazonas und seine Bewohner haben.

Quelle