Böhmermanns neue Ausstellung provoziert Berlin mit Unvernunft und juristischen Exponaten
Nancy NeuschäferBöhmermanns neue Ausstellung provoziert Berlin mit Unvernunft und juristischen Exponaten
Eine provokante neue Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft" hat im Berliner Haus der Kulturen der Welt ihre Pforten geöffnet. Konzipiert vom Satiriker Jan Böhmermann und seinem Kollektiv Gruppe Royale, fordert die Schau die Besucher mit kühnen Installationen und juristischen Exponaten heraus. Zu sehen ist sie noch bis zum 19. Oktober 2025.
Schon beim Betreten verlangt die Ausstellung Aufmerksamkeit: Eine feierliche Frauenstimme singt "Land der Freien" zur Melodie der US-amerikanischen Nationalhymne – eine beunruhigende Ouvertüre. Im Inneren zerfließt langsam eine Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, während eine schlaffe, aufblasbare Freiheitsstatue in einem Wasserbecken treibt.
Weiter geht es mit einer Maschine, die alle 28 Minuten ein Stofftier zerfetzt – es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro und fotografiert das Spektakel. Vor dem Eintritt müssen alle Gäste ihre Handys abgeben, doch die Ausstellung selbst zeigt Screenshots von Böhmermanns privatem Gerät. Dazu kommen Akten aus seinen vergangenen Gerichtsprozessen – eine weitere Ebene realer Konfrontation.
Das Eröffnungswochenende sorgte für zusätzlichen Wirbel, als ein geplantes Konzert des Rappers Chefket kurzfristig abgesagt wurde. Vorwürfe des Antisemitismus, erhoben vom Journalisten Wolfram Weimer, führten zu dieser Entscheidung in letzter Minute. Der Vorfall spiegelt die übergeordneten Themen der Ausstellung wider, auch wenn ihre konkrete politische und gesellschaftliche Botschaft rätselhaft bleibt.
Schon im vergangenen Jahr hatte ein weiteres Böhmermann-Projekt im selben Haus für Schlagzeilen gesorgt – ein Hinweis auf den anhaltenden Drang des Künstlers, Grenzen auszuloten.
Die Ausstellung verbindet Absurdität, Rechtsgeschichte und Publikumsteilhabe zu einem Format, das zur Auseinandersetzung zwingt. Mit ihrer Mischung aus Spektakel und Provokation festigt sie Böhmermanns Ruf als Enfant terrible der deutschen Satire. Geöffnet ist die Schau täglich bis zum Ende im Oktober 2025.






