28 June 2026, 18:30

Bielefelds Polizei warnt: Politische Hasskriminalität explodiert in sozialen Medien

POL-BI: Jahresbericht über politisch motivierte Kriminalität 2024

Bielefelds Polizei warnt: Politische Hasskriminalität explodiert in sozialen Medien

Die Polizei Bielefeld hat ihren Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) veröffentlicht. Polizeipäsidentin Dr. Sandra Müller-Steinhauer stellte die Ergebnisse vor, die in der Region eine gemischte Entwicklung der Straftaten zeigen.

Die Gesamtzahl der PMK-Delikte stieg 2024 um 32,2 % auf 1.163 Fälle – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Ausschlaggebend hierfür waren die Europawahl sowie eine Zunahme von Vorfällen in Zusammenhang mit sozialen Medien. Straftaten im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken nahmen um 72,9 % auf 166 zu, wobei 99 davon als Hasspostings eingestuft wurden. Mehr als die Hälfte dieser Fälle stand im Zusammenhang mit rechtsextremen Motiven.

Antisemitische Straftaten machten 56 der Gesamtzahl aus, wobei keine davon gewalttätig verlief. Gleichzeitig ging die Zahl der gewalttätigen PMK-Delikte drastisch um 62 % auf nur noch 22 Fälle zurück. Der Bericht verweist zudem auf einen wachsenden Trend: Extremistische Ideologien verbreiten sich zunehmend über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL).

Die Aufklärungsquote bei PMK-Delikten blieb mit 36,54 % stabil. Der vollständige Bericht ist auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar.

Die Daten für 2024 zeigen zwar einen Anstieg der PMK-Fälle insgesamt – insbesondere in sozialen Medien –, jedoch auch einen spürbaren Rückgang gewalttätiger Vorfälle. Der Bericht unterstreicht die Verlagerung extremistischer Aktivitäten in den digitalen Raum. Die Behörden beobachten diese Entwicklungen weiterhin genau.

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