31 May 2026, 04:32

Bergische Uni stellt Architektur-Studiengang nach 10 Jahren ein – trotz Top-Ruf

Architekturstudium am Abgrund?

Bergische Uni stellt Architektur-Studiengang nach 10 Jahren ein – trotz Top-Ruf

Die Bergische Universität hat Pläne bekannt gegeben, ihren renommierten Studiengang Architektur innerhalb des nächsten Jahrzehnts schrittweise auslaufen zu lassen. Die Entscheidung fällt in eine Phase finanzieller Belastungen für die Hochschule, die ab 2026 mit möglichen jährlichen Kürzungen von 5,7 Millionen Euro rechnen muss. Statt pauschaler Einsparungen setzt die Universität auf eine strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Nachhaltigkeit.

Das Programm, das derzeit rund 500 Studierende zählt, ist einer von nur elf Architektur-Studiengängen in Deutschland. Es genießt internationale Anerkennung, insbesondere für die Ausrichtung des Solar Decathlon 2021/22. Die Fakultät schneidet zudem im CHE-Hochschulranking in Sachen Studienqualität besonders gut ab und gilt als führend in den Bereichen Recycling und Sanierungsforschung.

Am Donnerstag bestätigte die Universitätsleitung den Auslaufplan. Die Fakultätsmitglieder wurden aufgefordert, ein Konzeptentwurf für die Neuausrichtung des Studiengangs vorzulegen – mit besonderem Augenmerk auf langfristige Nachhaltigkeit. Ein entscheidender Faktor für die Entscheidung ist die anstehende Vakanz von acht der elf Professuren bis zum Jahr 2033.

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Trotz des exzellenten Rufs des Studiengangs bleibt der Arbeitsmarkt für Architekt:innen dynamisch. Seit dem 1. September listet die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 125 offene Stellen für Absolvent:innen des Fachs.

Die Universität betonte, dass künftige Entscheidungen nicht nach dem „Rasenmäherprinzip“ einheitlicher Kürzungen getroffen werden. Stattdessen sollen strategische Kriterien die Umstrukturierungsmaßnahmen leiten.

Der Auslaufprozess wird sich über zehn Jahre erstrecken und so Raum für Anpassungen lassen. Studierende und Mitarbeiter:innen müssen sich auf die Veränderungen einstellen, während die Hochschule ihre akademischen Prioritäten neu ausrichtet. Der Fokus auf Nachhaltigkeit und strategische Planung wird in den kommenden Jahren darüber entscheiden, wie Ressourcen umverteilt werden.

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