Apotheker warnt vor Schließungswelle: "Finanzielle Notlage bedroht lokale Versorgung"
Trudel EimerApotheker warnt vor Schließungswelle: "Finanzielle Notlage bedroht lokale Versorgung"
Ein Apotheker aus der Region hat sich mit einem Landtagsabgeordneten getroffen, um auf die wachsenden Belastungen im Apothekensektor aufmerksam zu machen. Dr. Gregor Lohmann traf sich mit Fabian Schrumpf (CDU), um über finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe und die drohende Schließungswelle in Nordrhein-Westfalen zu sprechen. Bei dem Gespräch ging es auch um die für den 23. März geplanten Proteste, da die Frustration über die seit langem ungelösten Fragen der Finanzierung steigt.
Lohmann schilderte während des Treffens die finanzielle Notlage unabhängiger Apotheken. Er verwies auf die feste Abgabegebühr von 8,35 Euro, die deutlich unter den Rabatten liegt, die Versandapotheken mitunter in Höhe von bis zu 10 Euro gewähren. Dieses Ungleichgewicht erschwere es lokalen Apotheken zunehmend, wirtschaftlich zu überleben, argumentierte er.
Der Apotheker betonte zudem, wie existenziell der Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente für sein Geschäft sei. Ohne faire Vergütung und planbare Finanzierung drohten weitere Schließungen, warnte er. Seit 2010 hat sich die Zahl der Apotheken in NRW um etwa ein Viertel verringert – allein 2025 mussten 97 Betriebe schließen. Lohmann wies darauf hin, dass diese Schließungen den Zugang von Patientinnen und Patienten zu wichtigen Leistungen einschränken, insbesondere in ländlichen und unterversorgten städtischen Gebieten.
Schrumpf erkannte die Sorgen des Sektors an und räumte ein, dass die Abgabegebühren seit Jahren nicht angepasst wurden. Zwar gestand er ein, dass sein Einfluss als Landespolitiker begrenzt sei, doch versprach er, das Thema auf Bundesebene vorzubringen. Der Abgeordnete zeigte auch Verständnis für die geplanten Proteste und unterstrich die Dringlichkeit der Lage.
Neben der Finanzierungsfrage forderte Lohmann höhere Löhne, um Fachkräfte zu halten. Fair bezahlte Mitarbeiter seien entscheidend, um die lokale Patientenversorgung aufrechtzuerhalten und weitere Apothekenschließungen zu verhindern, betonte er.
Das Gespräch endete mit der gemeinsamen Erkenntnis, dass große Herausforderungen bevorstehen. Schrumpf sicherte zu, sich auf Bundesebene für politische Änderungen einzusetzen, während Lohmann die Notwendigkeit sofortigen Handelns unterstrich, um die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken zu sichern. Die für den 23. März geplanten Proteste dürften die Forderungen nach Reformen im Sektor weiter verstärken.