06 June 2026, 20:20

Apotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch AOK Nordwest

90.000 Euro Strafe: 'Wir Hätten Die Tabletten Zählen Sollen'

Apotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch AOK Nordwest

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich einer Rückforderung von knapp 90.000 Euro durch die Krankenkasse AOK Nordwest gegenüber. Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei hochpreisige Rezepte für das Krebsmedikament Idhifa, die Fehske auf Basis gültiger ärztlicher Verordnungen abgegeben hatte. Nach monatelangen juristischen Auseinandersetzungen bedroht der Fall nun nicht nur seine Existenz als Apotheker, sondern auch die Stabilität seines Teams.

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Die Probleme begannen, als Fehskes Apotheke einem Patienten zwei separate Rezepte für Idhifa – ein teures Arzneimittel – ausstellte. Die AOK Nordwest forderte später die vollständige Erstattung der Kosten und warf der Apotheke vor, eine „unwirtschaftliche Überversorgung“ nicht verhindert zu haben. Der Krankenversicherer zog die gesamte Zahlung zurück und hinterließ Fehske mit einer Rechnung über mehr als 87.000 Euro.

Seit über sechs Monaten wehrt sich Fehske gegen diese Entscheidung. Er argumentiert, dass solche Rückforderungen nicht allein im Ermessen der Krankenkassen liegen dürften. Unberechenbare finanzielle Sanktionen, so warnt er, könnten unabhängige Apotheken in die Insolvenz treiben. Der langwierige Rechtsstreit hat zudem persönliche Spuren hinterlassen: Die Motivation des Apothekers ist erschöpft, und sein Team lebt in Unsicherheit.

Die Belastung verschärft sich weiter, da eine Pharmazeutisch-technische Assistentin aus Fehskes Team die Apotheke verlässt – um ausgerechnet in der Rückforderungsabteilung einer anderen Krankenkasse zu arbeiten. Eine schnelle Lösung des Falls ist nicht in Sicht: Verwaltungsgerichtsverfahren ziehen sich oft über Jahre hin. Fehske rechnet damit, dass die mündliche Verhandlung erst 2028 beginnen wird – bis dahin bleibt sein Betrieb in der Schwebe.

Die Rückforderungsaffäre setzt die Rathaus-Apotheke unter enormen finanziellen Druck. Da die gerichtliche Klärung frühestens 2028 ansteht, wird das Urteil darüber entscheiden, ob sich das Unternehmen von der fast 90.000-Euro-Strafe erholen kann. Gleichzeitig zeigt der Abgang einer wichtigen Mitarbeiterin in die Rückforderungsabteilung einer Kasse, wie tiefgreifend solche Fälle lokale Apotheken treffen.

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