Apotheker fordert radikale Entbürokratisierung der Apothekenregeln in Deutschland
Nancy NeuschäferApotheker fordert radikale Entbürokratisierung der Apothekenregeln in Deutschland
David Kudlek, Inhaber der Klingelholl-Apotheke in Wuppertal, schlägt weitreichende Reformen der Apothekenvorschriften vor. Seine Vorschläge zielen auf langjährige Regelungen zu Rezepturen, Dokumentationspflichten und Temperaturkontrollen ab. Ziel ist es, überflüssige Arbeitsschritte abzubauen, Kosten zu senken und Verschwendung zu reduzieren.
Kudlek argumentiert, dass Apotheken künftig auf die verpflichtende Identitätsprüfung von Rezepturbestandteilen verzichten könnten, sofern diese mit einem gültigen Analysezertifikat geliefert werden. Nach seinem Vorschlag könnten Inhaltsstoffe oder Zubereitungen sofort verwendet werden, solange der Behälter die erforderliche Bescheinigung trägt. Dies würde nicht nur Personalkapazitäten freisetzen, sondern auch den Bedarf an teuren Testgeräten verringern, so Kudlek.
Darüber hinaus fordert er die Abschaffung der Dokumentationspflicht für Tierarzneimittel, die er als unnötigen bürokratischen Aufwand bezeichnet. Noch umstritten ist sein Vorstoß, die Temperaturprotokollierung in Apotheken abzuschaffen – mit dem Hinweis, dass Versandapotheken bereits ohne diese Verpflichtung arbeiten.
Kudlek betont, dass der Wegfall dieser einzelnen Vorgaben – für sich genommen zwar klein – insgesamt die Belastung für überlastete Apotheken verringern würde. Seine Pläne verweisen zudem auf ökologische Vorteile, da weniger Tests auch weniger chemischen Abfall bedeuten würden.
Sollten Kudleks Vorschläge umgesetzt werden, ließen sich administrative Aufgaben reduzieren, die Betriebskosten senken und Platz in den Apotheken gewinnen. Zudem könnte der Verzicht auf unnötige Tests die Menge an Chemikalienabfällen verringern. Bislang haben die zuständigen Behörden noch nicht auf seine Ideen reagiert.






