24 May 2026, 08:29

Abschiebeflug aus Düsseldorf: 50 Menschen in den Irak gebracht – Jesid:innen bleiben vorerst

Abschiebeflug nach Bagdad - NRW fordert Schutz für Yazidis

Abschiebeflug nach Bagdad - NRW fordert Schutz für Yazidis - Abschiebeflug aus Düsseldorf: 50 Menschen in den Irak gebracht – Jesid:innen bleiben vorerst

Ein Abschiebeflug mit 50 Personen an Bord ist am Dienstag vom Flughafen Düsseldorf in Richtung Irak gestartet. Unter den Abgeschobenen befanden sich 41 Menschen aus Nordrhein-Westfalen, davon 26 mit Vorstrafen. Ursprünglich hatten die Behörden geplant, auch sieben Jesidinnen und Jesiden mit demselben Flug abzuschieben.

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Der Flug ist die jüngste einer Reihe von Abschiebungen in den Irak, die in diesem Jahr aus Deutschland durchgeführt wurden. Im Juli waren 43 Menschen von Leipzig nach Bagdad gebracht worden, im Februar weitere 47 aus Hannover.

Nordrhein-Westfalen hatte zuvor ein sofortiges Abschiebeverbot für jesidische Frauen und Mädchen verhängt, das bis Juni 2024 gilt. Dennoch fordert das Landesministerium die Bundesregierung nun auf, entweder ein generelles Abschiebeverbot für Jesidinnen und Jesiden durchzusetzen oder eine sichere Bleibeperspektive für sie zu schaffen.

Der Deutsche Bundestag hatte die von der Terrororganisation IS verübten Gräueltaten an den Jesiden 2023 offiziell als Völkermord anerkannt. Diese Entscheidung folgte jahrelangen Forderungen von Überlebenden und Menschenrechtsorganisationen.

Der Flug fand trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Rückgeführten im Irak statt. Der Appell des NRW-Ministeriums an den Bund spiegelt die breitere Debatte über die Abschiebepraxis Deutschlands wider – insbesondere bei schutzbedürftigen Gruppen. Unklar bleibt das Schicksal der sieben Jesidinnen und Jesiden, die ursprünglich für die Abschiebung vorgesehen waren.

Quelle