29 June 2026, 12:48

ABDA fordert dringende Nachbesserungen beim Apothekenreformgesetz

Hoffmann: "Jetzt müssen Gespräche geführt werden"

ABDA fordert dringende Nachbesserungen beim Apothekenreformgesetz

Der Vorstand der ABDA, des Bundesverbandes Deutscher Apotheker, hat dringende Änderungen am geplanten Apothekenreformgesetz gefordert. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, betonte die Notwendigkeit eines Dialogs mit der Politik, um zentrale Punkte vor der endgültigen Beschlussfassung des Gesetzentwurfs zu klären.

Auf der heutigen Mitgliederversammlung bezeichnete Hoffmann die aktuelle Situation als entscheidend für das deutsche Gesundheitswesen. Er argumentierte, die Gesellschaft verändere sich rasant, während die Versorgung mit pharmazeutischen Dienstleistungen kaum mit der Nachfrage Schritt halte. Die Reform müsse das Modell der inhabergeführten Apotheken bewahren, gleichzeitig aber den wachsenden Patientenzahlen und sinkender Gesundheitskompetenz begegnen.

Der ABDA-Vorstand formulierte zwei zentrale Forderungen: Erstens eine Erhöhung der Festbeträge für Apotheken, kombiniert mit neuen Mechanismen, um sicherzustellen, dass 800 bis 900 Millionen Euro bei ihnen ankommen. Zweitens die Abschaffung des Rabattverbots für Barzahlungen, das als einfache und praktikable Lösung beworben wird.

Hoffmann nannte die Vergütung der Apothekenleistungen als oberste Priorität der Reform. Den aktuellen Entwurf bezeichnete er zwar als „im Großen und Ganzen solide“, doch seien in mehreren Bereichen Korrekturen, Anpassungen und Ergänzungen nötig. Ein Streitpunkt bleibt die Frage, ob Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheken vertreten dürfen – Hoffmann verwies darauf, dass dies nach geltendem Recht ausgeschlossen sei.

Um die Durchsetzung der Forderungen voranzutreiben, verschiebt der Verband öffentliche Proteste auf den 17. Dezember. Stattdessen soll der Fokus auf direkten Verhandlungen mit Politikern liegen, um eine weitere Zuspitzung zu vermeiden. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, eine faire Finanzierung und mehr Handlungsspielraum für Apotheken zu sichern. Die Protestaktionen wurden zurückgestellt, um zunächst Gespräche mit den Abgeordneten zu führen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie drängende Herausforderungen im deutschen Apothekensektor lösen.

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