50.000 feiern Lissabons CSD – ein kraftvolles Zeichen gegen politische Angriffe
Nancy Neuschäfer50.000 feiern Lissabons CSD – ein kraftvolles Zeichen gegen politische Angriffe
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD – mit rund 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ versammelten sich 17 Initiativen und Aktivistengruppen bei der diesjährigen LGBTI+-Pride-Demonstration. Die Veranstalterinnen und Veranstalter wiesen auf die wachsenden Bedrohungen für hart erkämpfte Rechte in der aktuellen politischen Lage hin.
Der Marsch startete um 17 Uhr am Praça Marquês de Pombal und vereinte LGBTI+-, feministische und antirassistische Kollektive in einem Zeichen der Solidarität. Viele Demonstrantinnen und Demonstranten trugen Plakate zur Verteidigung des Gesetzes 38/2018, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck schützt.
In Reden wurde vor den zunehmenden Risiken für LGBTQI+-Personen und ihre Familien gewarnt. Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) kritisierte die konservative Wende der Regierung und bezeichnete den Rückbau von Rechten als „zief besorgniserregend“. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief zur Teilnahme an Pride-Veranstaltungen auf und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LGBT-Personen gezielt angreife.
Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für das nächste Jahr noch größere Teilnehmerzahlen. Als treibende Kraft nannte er die wachsende öffentliche Sorge über Angriffe auf errungene Rechte. Der Marsch war zugleich eine Feier der Identität und eine entschlossene Antwort auf die politischen Herausforderungen.
Der CSD 2025 unterstrich den Widerstandswillen der Community angesichts steigender Drucks. Da Gesetz 38 in Gefahr ist und die politischen Spannungen zunehmen, betonten die Veranstalter die Notwendigkeit von Sichtbarkeit und Widerstand. Die Demonstration endete mit Appellen zu Einheit und Wachsamkeit für das kommende Jahr.






